Schmerzengeld

04.11.2020

Das Schmerzengeld soll einen Ausgleich schaffen für die erlittenen körperlichen und seelischen Schmerzen. Es soll dem Verletzten ermöglichen, sich als Ausgleich für Leiden und entzogene Lebensfreude Annehmlichkeiten und Erleichterungen zu verschaffen. Schmerzengeld ist demnach eine Genugtuung für alles Ungemach. Schmerzengeld wird grundsätzlich in Form eines Kapitalbetrages festgesetzt. Der Anspruch darauf entsteht ab dem Zeitpunkt der Zufügung einer körperlichen oder seelischen Beeinträchtigung.

Neben dem allgemein bekannten Schmerzengeld infolge einer Körperverletzung durch einen Dritten werden auch noch andere Beeinträchtigungen als Grund für die Zuerkennung eines Schmerzengeldes von der Rechtsprechung anerkannt: Schockschaden (bei Miterleben eines Unfalls), Fernwirkschaden (jemand erleidet eine psychische Erkrankung, obwohl diese nicht beim Unfallgeschehen anwesend war) und Trauerschaden (Angehöriger des Verletzten empfindet Trauer).

Aber auch für immaterielle Schäden gibt es Ersatzansprüche, so etwa bei Einschnitten in das körperliche Wohlbefinden, für Unlustgefühle oder bei Einbußen an Lebensgenuss. Neuerdings führen aber auch ungewöhnlichere Fälle zu Schmerzengeldansprüchen durch das Gericht: Etwa die fehlerhafte Haarbehandlung beim Friseur und die entgangene Urlaubsfreude bei einer Pauschalreise.