Oberschenkelhalsbruch: Fehler bei operativer Behandlung: € 30.000 Schadenersatz
Oberschenkelhalsbruch: Fehler bei operativer Behandlung: € 30.000 Schadenersatz
Mit Vergleich verpflichtete sich ein Wiener Krankenhaus € 30.000 Schadenersatz an meine Mandantin zu bezahlen und ihr die Prozesskosten zu ersetzen.
Meine Mandantin zog sich am rechten Bein einen Oberschenkelhalsbruch zu und wurde in einem Wiener Krankenhaus operiert. Eine Platte und ein Nagel (TFNA) wurden ihr eingesetzt. Aufgrund einer durchschneidenden Schenkelhalsklinge musste meine Mandantin neuerlich operiert werden. Bei dieser OP wurde das TFNA-System durch ein künstliches Gelenk (TEP) ersetzt. In der Folge entwickelten sich postoperativ drei große Hämatome und eine Wundheilungsstörung. Meine Mandantin musste weitere vier Mal operiert werden.
Dem Krankenhaus habe ich im Gerichtsverfahren vorgeworfen, eine durchschneidende Schenkelhalsklinge, drei große Hämatome, eine Wundheilungsstörung, die Verletzung des nervus femoralis, eine frühzeitige Lockerung des Prothesenschafts, eine Hypästhesie (Taubheitsgefühl), die Pallhypästhesie (verminderte Wahrnehmung von Vibrationen) bei den 6 Operationen verursacht zu haben.
Der Gerichtssachverständige stellte fest, dass die medizinische Behandlung meiner Mandantin im Krankenhaus nicht sach- und fachgerecht durchgeführt wurde, weil eine Zementierung, also ein Einbringen von Zement in die dafür vorbereitete Klinge des TFNA, stattfinden hätte sollen, zumal bei einer betagten Person davon auszugehen ist, dass eine verminderte Knochendichte besteht und somit ein reduzierter Halt der Klinge im Oberschenkelkopf bestehen kann. Außerdem hätten bei dieser Operation Redon-Drainagen gesetzt werden müssen. Dadurch wäre die Wahrscheinlichkeit eines postoperativen Hämatoms deutlich vermindert gewesen.
Die durch die Behandlungsfehler erlittenen Schmerzen wurden vom Gerichtssachverständigen festgestellt und ergab sich daraus ein Schmerzengeldbetrag von ca. € 30.000 worüber ein Vergleich abgeschlossen wurde.
Ing. Mag. Wilhelm R. Benesch, M.B.L., Rechtsanwalt in Wien